Reifenwechsel

So ein Drecksrad. Ich habe drei von vier erfolgreich von Winter- auf Sommerbereifung umgestellt. Vorne links ist aber festgerostet, nicht die Schrauben, sondern die Nabe. Das geht mir total auf die Nerven und kostet mich unnötig Zeit. Heute habe ich nach dem Zusprühen mit WD-40 vor zwei Tagen einen neuen Anlauf gestartet, vergeblich. Das Ding sitzt fest, ich könnte glatt ohne Schrauben fahren! Jetzt muss ich morgen wohl doch zu ATU, weil ich mich nicht traue, das Teil mit dem Vorschlaghammer (den ich leider nicht besitze, sonst wäre er vielleicht doch zum Einsatz gekommen) abzusprengen. Mein original Opel-300kg-Wagenheber wackelt nämlich schon verängstigt, wenn ich nur leicht am Rad herumzerre. Das ist alles kokolores. Ich hätte bei Ganzjahresreifen bleiben sollen, wäre letztendlich weniger ärgerlich gewesen. Blöde festgerostete Stahlfelge vorne links. Wenn du ab bist, fliegst du erstmal raus, d.h. rein in den Keller. Und das ohne saubergemacht zu werden, so!

Easter Special Release Party

Gestern/Eben war also die DJ Glitch Easter Special Release Party. Es waren 7 Leute anwesend, was schonmal ganz nett war. So gegen Mitternacht war der Lautstärkepegel denn soweit, um endlich den Release Candidate vorzuführen. 2.5 Leute klatschten. Einer wackelte im Takt mit dem Kopf. Immerhin. Ich bin gerührt. Glitch macht das ganze demnächst fertig und dann lässt er es auf alle los. Frohe Ostern und so, die Party ist jetzt erstmal zu Ende. Björn muss Paper schreiben, Arne wartet auf die Notification, Carmen ist chronisch müde, und Saab will ins Apollo, obwohl da wahrscheinlich nichts mehr los ist. David geht lieber auch nach Hause. Ende Gelände, man sieht sich denn am Dienstag in aller Frische… (Am coolsten war noch Saab, der nach 5 Minuten „Dance With Me“ meinte: „Wait, this is your song?“) 🙂

Canon Ixus 40

Wer schon immer wissen wollte, was passiert, wenn die Canon 9999 Bilder geschossen hat, hier die Auflösung:

Es kommt gar nicht dazu. Meine Ixus 40 hat sich in Athen von IMG_9900.JPG auf IMG_0001.JPG resettet. D.h. mir wurden ganze 99 Bilder unterschlagen. Ich hatte mich schon gefreut, endlich die 10k voll zu haben, aber jetzt muss ich noch ein paar Aktionen starten, bis die Ixus endlich 10k certified ist. Noch hält sie, obwohl der Akku etwas seltsam ist (manchmal wird angezeigt, dass er leer ist, obwohl frisch aufgeladen wurde; die Kamera läuft dann aber noch ziemlich lange) und das Umschalten zwischen Bild und Kamera manchmal willkürlich hin und her springt. Ansonsten gebe ich ihr das Prädikat: robust und allwettertauglich. Ein guter Kauf, damals, 2005.

Ob die neuen auch so lange halten?

Athen, ein Résumé

Die EACL 2009 ist also zu Ende. Was die Konferenz angeht, war nichts Weltbewegendes dabei. Am wichtigsten war es mal wieder, mit alten Bekannten über die statistischen Vorzüge eines Ansatzes zu diskutieren. Und zwar nach Feierabend. In der Stadt. In den Bars. Mit einem leckeren Mythos.

Nachdem ich anfangs überhaupt nicht von diesem Moloch begeistert war, was insbesondere daran lag, dass unser Hotel in der Nähe von Omonia Square lag (Tipp: vor der Buchung ein wenig besser recherchieren), eine Gegend, die nachts jedoch umso spannender ist, ging es gegen Ende wesentlich besser und es liegt schon ein wenig Schwermut in der Luft, jetzt, wo ich am Flughafen diese Zeilen tippe. Aber der Mensch ist ein Gewöhnungstier, nach wenigen Tagen hat man sich soweit aklimatisiert, dass man auch am hellichten Tag ohne Schweissausbrüche die Odos Sofokleous entlangstreifen kann. Eine Straße, die Saab übrigens ausgewählt hatte, um eine Abkürzung zurück zum rechten Pfad (welchen wir aufgrund eines Metrostreikes in der Hektik eingeschlagen hatten) zu nehmen. Man sah den Leuten am Blick an, dass sich in diese Straßen Touristen eher weniger niemals aufhalten. Und die dachten echt alle, dass wir da sind, um Drogen zu kaufen. Oder lebende Tiere. Wofür auch immer. Wenn man nachts durch diese Gegend streift (was wir auch getestet hatten, weil die Metro nach Mitternacht eher in geschlossenem Zustand ist), trifft man nur Junkies, Prostitiuierte und Polizei in schwerer Montur, die immer am Rennen ist oder auf Motorrädern auf dem Bürgersteig um die Ecke gesaust kommt. Ich glaube, die waren (so wie wir) auf der „Flucht“. Das Viertel steht nämlich unter Kontrolle der Albaner. Und Pakistanis. Und Schwarzafrikanern. So richtig sicherer hatte man sich dann auch nicht gefühlt.

Anfangs ist das alles schlimm und das Herz hechtet immer einen kleinen Schritt voraus. Am Ende kann man darüber nur gemütlich grinsen. Die machen gar nichts, das sind alles nur arme Schweine da. Die sind ganz nett eigentlich. Und wollen meistens nur ihre Ruhe. Wer jetzt den falschen Eindruck bekommt: nach einer Woche Athen kann ich sagen, dass diese Stadt sehr sicher und sympathisch ist, da ist der Kaiserplatz in Aachen gefährlicher.

Da gleich geboardet wird (Lufthansa ist mal pünktlich), hier noch die Tipps für den nächsten Trip:

  • Kinky’s und der Rest drumherum (alternative Bars mit netten Leuten)
  • Monastiraki Platz (Treffpunkt mit leckeren Restaurants)
  • Metro (macht in jeder tollen Stadt Spaß)

Empathie, die keine sein sollte?

Gestern war mein Lieblingsquengelclub wieder zu Besuch. Wegen Fastenzeit fiel aber das „Chipse, Chipse!“ aus, hab ich glatt vergessen, obwohl ich noch welche im Hause hatte. Sorry, Jungs. Aber Pizza wurde bestellt (naja, auch nicht gerade besser) und während es sich Reibach und Gollanski auf der Couch gemütlich machten und wir auf die Lieferung warteten, zeigte ich den beiden „Left 4 Dead„, brandaktuell und passend zur allgemeinen Diskussion um Winnenden, Amoklauf und den sonst noch alltäglich anfallenden Wahnsinn. Dieses (grandiose, wie ich finde) Spiel wird wahrscheinlich (insbesondere) vom älteren Bevölkerungsdurchschnitt als Killerspiel, als Konditionierungssoftware für potentielle Amokläufer, als gewaltverherrlichender Indexkandidat abgestempelt. Dabei geht es dort, wie im richtigen Leben, nur ums Überleben.

Das ganze ist nämlich nichts anderes als eine Metapher des Alltags. Wo im Spiel Zoey verzweifelt mit zwei Pistolen gegen Zombiehorden ankämpft, würde sie im wirklichen Leben gestresst mit den Kids im Schlepptau freitags noch schnell Einkäufe für das Wochenende erledigen, den Kopf noch halb zu mit den Problemen des wegen der weltweiten Krise unsicher gewordenen Arbeitsplatzes und die Arzttermine in der kommenden Woche durchgehend und hoffend, dass das Leben mit Hartz IV, wenn es denn mal soweit kommen sollte, überhaupt noch irgendwie zu schaffen ist. Der alltägliche Kampf ums Überleben in einer Gesellschaft also, die Versager verhöhnt („die kriegt doch jetzt Hartz IV“) und Profiteure beneidet („der hat doch wieder so nen Bonus bekommen, obwohl er seine Firma ruiniert hat“).

Im Gegensatz zum richtigen Leben, wo der Mensch zum einen Teil egoistisch und zum anderen Teil egozentrisch ist, kommt nun dieses „Left 4 Dead“ auf den Markt, welches man nur in der Gruppe lösen kann. Vier Charaktere, jeder kämpft um sein Überleben, aber alleine kann man es nicht schaffen. Zu oft wird man vom Smoker erwischt, von Huntern auf den Boden genagelt, von Boomern blindgespeit. Hier hilft die Gruppe als eingeschworene Gemeinschaft: man wird aufgerichtet, es werden Pillen gereicht, die einen bis zum nächsten Safehouse aufpeppeln, man wird mit einer Selbstlosigkeit verarztet, die seinesgleichen sucht. Altruismus in Perfektion! Und obwohl es nur ein Computerspiel ist, hat man sehr schnell eine starke Empathie zur Gruppe aufgebaut, die ich so vorher noch nicht erlebt habe. Man hechtet seinen Kumpanen hinterher, wenn diese in Schwierigkeiten stecken und läuft sogar in sein Verderben, wenn man humpelnde Angeschlagene auf den letzten Metern zu beschützen versucht, weil sie wieder einmal kurz vor dem rettenden Hubschrauber vom hustenden Smoker in eine Häuserschlucht gezogen wurden. Ein Killerspiel, welches auf eine obstruse Art und Weise gesellschaftliche Grundwerte vermittelt: helft einander und es lebt sich leichter, opfert euch auch mal, denn dann wird man sich auch für euch opfern.

Und in diese aufopfernde Welt kommt nun Amokläufer Gollanski, der, weil er das ganze zum ersten Mal sieht und diese fast innige Bindung zu Zoey, Bill, Louis und Francis nicht aufgebaut hat, nach 10 Minuten des Vorführens nur kühl meint: „Kann man die auch abschießen?“ „Ja, natürlich, da muss man schon aufpassen.“ „Mach mal!“ „Nein, will ich nicht, das sind doch Kumpels, die helfen dir aus der Patsche.“ „Gib her!“ Sprach’s, schnappt sich die Maus und pumpt Zoey und Bill erstmal mit der Autoshotgun voll. Am Boden liegend, rufen diese nur verbittert „Francis!“ und „Stop shooting me!“ und „Help me up!“. Ich wollte gar nicht mehr hinschauen. Als auch noch Louis am Boden liegt und unser Amok-Francis alleine um die Ecke biegt, stoppt ihn dann die nächste Zombiewelle mit Leichtigkeit. Amok-Francis hat sich durch seine Handlung letztendlich selbst gerichtet.

Dann kam die Pizza, wir haben das bildgewaltige The Fall geschaut und Reibach ist eingeschlafen, weil es nicht so spannend war, wie das mit den Zombies.

Und heute morgen kam mir dann die Erkenntnis: diese „Gollanski-Francises“ sind die wahren Amokläufer unserer Gesellschaft. Sie wollen Grenzen austesten. Wollen sehen, was passiert, wenn man etwas außerhalb der Norm macht. Sind impulsiv und steigern sich in einen Rausch. Verstehen den Kontext nicht, in dem etwas passiert. Handeln ohne vorauszuschauen, ignorieren Konsequenzen.

Kann man also solches Verhalten voraussagen?

Nein, kann man nicht.

Kann man es verhindern?

Nein, auch nicht.

Was kann man also tun?

Nichts, man kann nur hoffen, dass es einen nicht selbst erwischt, wenn man zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort ist. Dann doch lieber zu Hause sitzen und Killerspiele spielen. Da ist man wenigstens sicher.

Alaaf

Wie tief muss man sinken, um 0.50€ um 22:38 Uhr auf Aachens Marktplatz von Mädels aus Wuppertal zu borgen, um 2 Bier (für Reibach und Yonker) fürs Extrablatt zu erbetteln? Das möge mir jemand erklären…