Gedung Borong in Penang

Nachdem Singapur eine neue, jedoch nicht allzu spannende Erfahrung war, da das Leben dort doch sehr westlich ausgeprägt ist, verschlug es mich die letzten beiden Tage auf die Insel Penang in Malaysia. Hier wird Nervenkitzel wieder großgeschrieben, da der Standard viel niedriger und das Leben damit umso härter ist.

Nach dem ganzen untertunnelten und auf eisige Temperaturen heruntergekühlten Shopping-Mall-Konzept aus Singapur, wo man im Prinzip überall hinkommt, ohne jemals Sonne zu sehen und um somit der schwülen Hitze draußen zu entgehen, sind die Straßen von Georgetown wie der wilde Osten es verschreibt: endlose Motorrad- und Autokolonnen produzieren bläulich schimmernden Dunst, der den süßlich-vermoderten Geruch der Gosse zu übertünchen versucht, was aber nicht an allen Ecken gelingen mag.

Lektion 1: Wie überquere ich die Straße?

Warten bringt nichts, weil man sonst endlos in der Sonne steht. Irgendwann kippt man dann um, weil einen der Hitzschlag erwischt. Was mehr bringt, ist stetige Bewegung. Man schließt die Augen und setzt einen Schritt vor den anderen. Wie durch ein Wunder kommt man nach wenigen Sekunden auf der anderen Straßenseite an und alle Autos und Mopeds und Busse und LKW umfahren einen, manchmal mit kurzem Huplaut (der soviel bedeutet wie „keine Angst, hab dich gesehen, bleibe aber bloß nicht stehen jetzt, sonst war’s das“). Das ganze funktioniert mit der Zeit auch immer sicherer, so dass ich mittlerweile gar nicht mehr die Augen schließen muss, sondern einfach durch die Fahrzeuge durchlaufe. Matrix und so, ihr wisst schon. Der Puls von anfangs 160 ist mittlerweile auch bei den üblichen 130 gelandet, der dazu nötig ist, den Schweiß aus allen Poren zu treiben, damit der Körper nicht überhitzt und womöglich gerade beim Überqueren der Straße herunterfährt. System shutdown, you are required to restart once you cooled down to 42°C. Thanks for your cooperation!

Lektion 2: Was hat er gesagt?

Auf den Straßen spricht der gemeine Penanginese eine Mischung aus malaiisch, chinesisch und unverständlichem englisch, so dass es oft zu Loops kommt der Art „sorry, what did you say?“ – „gedung borong one hour chi min“ – „sorry, still didn’t get you“ – „penang penang one hour pak ringgits“ – „hm, say what?“ – und so weiter. Irgendwann grinst man einfach nur und sagt ein unsicheres „sorry no thanks bye“ und geht weiter. Oft bekommt man dann einen hochgestreckten Daumen gezeigt, so nach dem Motto „war ja eh nur Spaß“, inklusive zahnlosem Lächeln. Sind schon ganz nett hier die Leute.

Lektion 3: Wonach riecht das hier?

Die Straßen sind in der Regel in blauen Dunst gehüllt. Dann kommt ein Wasserabflusskanal, in dem oftmals undefinierte Flüssigkeiten blubbern, der etwa 40-50cm tief ist. Was da reinfällt, kommt gesund nicht mehr raus. Danach kommt ein in der Regel überdachter und von Mopeds, Waren und sonstigem Krams verstellter „Bürgersteig“. Dieser Parcours hält die Touristen auf Trab, da diese ständig zwischen Straße (und somit praller Sonne) und Bürgersteig (und somit Schatten) wechseln müssen, indem sie den stinkenden Kanal der tausend Krankheiten überspringen. So mancher Tourist wurde nach einem mißlungenen Sprung nie wieder gesehen. Der Einheimische hingegen sitzt entweder im Auto oder auf seinem Motorrad oder bewegt sich gar nicht und döst in seinem Laden oder davor vor sich hin. Ist ja eh viel zu warm, da ist Bewegung Schwerstarbeit. Mysteriöser ist dabei der Eigenduft der Gosse, welcher sich von schimmelig über süßlich-verwesend bis leckerlecker erstrecken kann. So mancher Straßenladen riecht durchaus wunderbar, auch wenn der Anblick der dort zubereiteten Speisen einen etwas anderen Anschein erweckt. Der Schimmelgeruch kommt wahrscheinlich von den zahlreichen verlassenen Gebäuden, die vor sich hinmodern. Die dritte Note gehört in die Kategorie „Akte X“, da sie einfach da ist, ohne Grund, aber nicht immer, sondern nur manchmal, meist aber, wenn man sie gar nicht erwartet. Muss wohl der stinkende Kanal der tausend Krankheiten sein.

Fazit bisher

Ich find’s ganz spannend, ist mal was anderes. Ein bißchen Nervenkitzel gehört halt dazu.

Athen, ein Résumé

Die EACL 2009 ist also zu Ende. Was die Konferenz angeht, war nichts Weltbewegendes dabei. Am wichtigsten war es mal wieder, mit alten Bekannten über die statistischen Vorzüge eines Ansatzes zu diskutieren. Und zwar nach Feierabend. In der Stadt. In den Bars. Mit einem leckeren Mythos.

Nachdem ich anfangs überhaupt nicht von diesem Moloch begeistert war, was insbesondere daran lag, dass unser Hotel in der Nähe von Omonia Square lag (Tipp: vor der Buchung ein wenig besser recherchieren), eine Gegend, die nachts jedoch umso spannender ist, ging es gegen Ende wesentlich besser und es liegt schon ein wenig Schwermut in der Luft, jetzt, wo ich am Flughafen diese Zeilen tippe. Aber der Mensch ist ein Gewöhnungstier, nach wenigen Tagen hat man sich soweit aklimatisiert, dass man auch am hellichten Tag ohne Schweissausbrüche die Odos Sofokleous entlangstreifen kann. Eine Straße, die Saab übrigens ausgewählt hatte, um eine Abkürzung zurück zum rechten Pfad (welchen wir aufgrund eines Metrostreikes in der Hektik eingeschlagen hatten) zu nehmen. Man sah den Leuten am Blick an, dass sich in diese Straßen Touristen eher weniger niemals aufhalten. Und die dachten echt alle, dass wir da sind, um Drogen zu kaufen. Oder lebende Tiere. Wofür auch immer. Wenn man nachts durch diese Gegend streift (was wir auch getestet hatten, weil die Metro nach Mitternacht eher in geschlossenem Zustand ist), trifft man nur Junkies, Prostitiuierte und Polizei in schwerer Montur, die immer am Rennen ist oder auf Motorrädern auf dem Bürgersteig um die Ecke gesaust kommt. Ich glaube, die waren (so wie wir) auf der „Flucht“. Das Viertel steht nämlich unter Kontrolle der Albaner. Und Pakistanis. Und Schwarzafrikanern. So richtig sicherer hatte man sich dann auch nicht gefühlt.

Anfangs ist das alles schlimm und das Herz hechtet immer einen kleinen Schritt voraus. Am Ende kann man darüber nur gemütlich grinsen. Die machen gar nichts, das sind alles nur arme Schweine da. Die sind ganz nett eigentlich. Und wollen meistens nur ihre Ruhe. Wer jetzt den falschen Eindruck bekommt: nach einer Woche Athen kann ich sagen, dass diese Stadt sehr sicher und sympathisch ist, da ist der Kaiserplatz in Aachen gefährlicher.

Da gleich geboardet wird (Lufthansa ist mal pünktlich), hier noch die Tipps für den nächsten Trip:

  • Kinky’s und der Rest drumherum (alternative Bars mit netten Leuten)
  • Monastiraki Platz (Treffpunkt mit leckeren Restaurants)
  • Metro (macht in jeder tollen Stadt Spaß)

Las Vegas

Bunt, laut, kitschig.

Klingelnd, blinkend, glamourös.

Süchtig, schäbig, trostlos.

Ein Moloch, der am Wochenende unendliche Menschenmassen in sich hineinsaugt und nach drei Tagen zerzaust und abgebrannt wieder ausspuckt. Eine Stadt, in der Freud und Leid händchenhaltend über den Strip schlendern, sich wundernd, wer diesen ganzen Kitschbombast konzipiert, gebaut und vermarktet hat. Angesichts der Dimension des ganzen kann man sich aber denken, wo ein Großteil des in den Casinos verspielten Geldes landet. Man kann durchaus gewinnen (ich hatte viel gewonnen), aber auch entsprechend verlieren (ich hatte viel verloren). Da man aber wahrscheinlich mehr verliert als gewinnt, kann man froh sein, sich ein Limit gesetzt zu haben und nach den drei Tagen verstört und wehmütig wieder abzuziehen.

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Santa Cruz

Am Sonntag war Santa Cruz an der Reihe. Mit Freizeitpark mitten am Strand. Wir sind sogar mit Giant Dipper gefahren, abends, als es schon dunkel und kunterbunt war. Davor drehten wir die große Runde zum Leuchtturm und an den angeblich besten Surfstrand Kaliforniens. Da waren aber keine Wellen und deshalb wohl auch keine Surfer. Langweilig. Aber das Gröhlkonzert der Seelöwen auf dem Kai war lustig. Und viele Post-Hippies waren da, einige am Schnorren, was das Zeug hält: „Why lie? I need a beer!“ stand da auf den ausgebreiteten Pappkartons, die zur Spende aufriefen. To be honest, me too.

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Bike Trip

Nachdem ich letzte Woche eine super Karre gekauft hatte und es hieß, dass sie am Mittwoch eintrudeln müsse, waren wir gestern direkt im Laden, um Radau zu machen. Das Teil ist schließlich voll bezahlt und immer noch nicht da. Plötzlich hieß es, kein Problem, ist heute gekommen, hier ist sie. Und dann hielt ich unerwarteterweise mein neues Cannondale Six13 in den Händen.

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Offsite (Betriebsausflug)

  • Coke getrunken
  • Nachos gesnackt
  • Bier getrunken
  • Kletterwand hochgeklettert
  • IronMan-Hüpfburg mit IronMan-Parcours gemeistert
  • Was gegessen
  • Zur Eistruhe geschlendert, aber umentschieden
  • Bier getrunken
  • Beim Tischfußball-In-Echt[TM] angestellt
  • Beim Tischfußball-In-Echt[TM] ein Team gegründet
  • Beim Tischfußball-In-Echt[TM] aus dem Team geschmissen worden
  • Abgezogen, um Bier zu holen
  • Am Trampolin angestellt
  • Jemand getroffen, der mir in seinem Team beim Tischfußball-In-Echt[TM] seinen Platz angeboten hat
  • Beim Tischfußball-In-Echt[TM] nicht ins andere Team aufgenommen worden, weil derjenige, der mir seinen Platz angeboten hat, zwischenzeitig aus dem Team geschmissen wurde
  • Erneut abgezogen, um Bier zu holen
  • Beim Tischfußball-In-Echt[TM] mit demjenigen, der mir seinen Platz angeboten hat, ein neues Team gegründet und Leute ins Team aufgenommen, die mich im ersten Team noch rausgeschmissen hatten
  • Grandios beim Tischfußball-In-Echt[TM] 1:0 in Führung gegangen
  • Kläglich 1:5 verloren
  • (Geplant, beim nächsten Mal aufgrund Mittellosigkeit nicht im Mittelfeld zu stehen)
  • Abgezogen, um Bier zu holen
  • Umentschieden und am Trampolin angestellt
  • Wasser getrunken
  • Drei double backflips in die Menge geraunt
  • Zum Pool geschlendert
  • Ins Wasser gesprungen
  • Zwei Mal hin- und hergeschwommen und abgekühlt
  • Abgezogen, um Bier zu holen
  • (Aber Sprite getrunken)
  • In der Sonne getrocknet
  • Dabei Sonnenbrille aufgesetzt
  • Zurück zur Arbeit fahren lassen