Musikantendiebstadl

Da bin ich wieder, neuer Anfang, neues Glück. Wir dachten ja, dass München ein nettes Städtchen ist und San Jose oder zur Not auch Santa Monica wenigstens ein bisschen den Rang ablaufen kann, aber weit gefehlt! Das Wetter ist schlechter, nun gut, man kann nun wirklich nicht erwarten, dass Kalifornien getoppt werden kann.

Aber zum Thema: Klauen und Verhauen. Verhauen darf man in USA niemanden, das darf nur die Polizei. Man darf aber jemanden erschiessen, wenn dieser auf eigenem Besitz herumlungert (oder sich verlaufen hat). Second Amendment und so. Klasse Sache, denken sich all die, die zur Verteidigung ein Maschinengewehr im Keller haben. „Moment, hallo Sie, was machen Sie da auf meinem Rasen? Warten Sie bitte, ich hole gerade mal mein Maschinengewehr aus dem Safe im Keller… bin gleich wieder da!“

Besser steht es da ums Klauen. In USA gibt es in fast allen Supermärkten Selbstbezahlkassen. Etwas, was in Deutschland niemals funktionieren würde. Deutschland ist das Land der Diebe (mehr dazu gleich). In USA, jedenfalls in den Gegenden, wo ich gelebt habe, ist die gefühlte Diebstahlrate bei Null. Ich habe nie jemanden aus einem Supermarkt entwischen sehen, ohne vorher brav seine Sachen zu scannen und schön die Kreditkarte durch die Selberkasse zu ziehen. Auch unser Haus konnte man theoretisch 2 Jahre lang offen lassen, nope, nie würde was wegkommen. Pakete werden geliefert und auf die Veranda gelegt (manchmal sogar geschmissen, vor allem, wenn’s zerbrechlicher Technikkram ist!), dort bleiben sie dann aber auch liegen, selbst wenn man eine oder zwei Wochen nicht zu Hause ist. Dumm, wenn ausgerechnet dann mal einer dieser seltenen Regentage ist. Besonders schlau ist der Postbote, der vermeintlich teuer aussehende Pakete seitlich am Haus im Gebüsch versteckt, so dass ich dieses erst nach Wochen zufällig finde, verblichen von der kalifornischen Wüstensonne (die sogar durch Gebüsch zu scheinen vermag!). Aber bei all dem Treiben trotzdem immer die Gewissheit: nichts kommt weg! Garage auf, Haus auf, alles da. So lob ich mir das! (Kann auch sein, dass es am Undercover-Polizisten vom Drogendezernat lag, der gegenüber wohnte.)

Ortswechsel, München, Sendling-Westpark: das dunkelste der Ghettos Münchens mit einer Verbrechensrate von 700% pro Monat! Grafitti überall, es gibt sogar ne U-Bahn, das ist immer schon ein schlechtes Zeichen, da verkrümeln sich die ganzen Diebe und Verbrecher nachts. Dienstags kommt die Müllabfuhr, die ist wenigstens pünktlich. Ich geh‘ mal in den Keller, um die paar leeren Umzugskisten zu entsorgen, jetzt ist ja wieder Platz im Container. Ach?! Der Keller ist schon auf, wie das denn? Huch, jetzt sind ja alle Kisten leer, sogar die, die vorher voll waren. Ich ruf mal nach der Polizei. „Ich hoffe Sie haben eine Hausratversicherung!“ „Ne, hab ich nicht, bin ja gerade erst aus USA zurück gezogen, da braucht man sowas nicht.“

Fazit: mein ganzer Musikkram ist weg. Boxen, Mixer, Mikrofone, Audiointerface, Software inkl. Seriennummern. Ich bin stinkesauer. München ist eine Kackstadt und Deutschland ist ein Kackland voller Kackverbrecher. Ich hoffe, der Musikdieb erstickt an der Fülle von Musik, die ihm in Zukunft aus dem Arsch quillt. Wie auch immer man sich das jetzt bildlich vorstellen mag.

Die Polizei hat mit den Achseln gezückt und mir einen schönen Abend gewünscht. Den werd ich haben! Vielen Dank!

2 Gedanken zu „Musikantendiebstadl“

  1. Hamse dein Maschinengewehr auch aus’m Keller abgeholt? Wieviel bpm hat’enn das eigentlich? Echt Kacke, viel mehr als die ferrero Kacke…

  2. Mein Maschinengewehr, wenn ich eins hätte, würde 1 vpm haben. 1 Verbrecher pro Minute reicht. In Krisengebieten braucht man schon >10 vpm, aber Sendling is noch nicht so weit.

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