Las Vegas

Bunt, laut, kitschig.

Klingelnd, blinkend, glamourös.

Süchtig, schäbig, trostlos.

Ein Moloch, der am Wochenende unendliche Menschenmassen in sich hineinsaugt und nach drei Tagen zerzaust und abgebrannt wieder ausspuckt. Eine Stadt, in der Freud und Leid händchenhaltend über den Strip schlendern, sich wundernd, wer diesen ganzen Kitschbombast konzipiert, gebaut und vermarktet hat. Angesichts der Dimension des ganzen kann man sich aber denken, wo ein Großteil des in den Casinos verspielten Geldes landet. Man kann durchaus gewinnen (ich hatte viel gewonnen), aber auch entsprechend verlieren (ich hatte viel verloren). Da man aber wahrscheinlich mehr verliert als gewinnt, kann man froh sein, sich ein Limit gesetzt zu haben und nach den drei Tagen verstört und wehmütig wieder abzuziehen.

Wehmut? Aber ja! Die Stadt hat was. Und der Adrenalinschub, der einem durch den Magen rauscht, wenn man sein Geld setzt und mit zitternden Fingern abwartet, welches Ergebnis die Kugel anzeigt oder welche Karten der Geber einem zusteckt, birgt schon einen gewissen Suchtfaktor.

Also, Fremder, der du kommst nach Vegas: bringe viel Geld mit, aber sei vorsichtig, sonst endest du so wie die unzähligen armen Seelen, die, tagein, tagaus, vor den blinkenden und klingelnden Automaten sitzen und eine nicht endend wollende Kaskade an Spielzügen planen, insgeheim strategisch, denn vielleicht lässt sich das System ja austricksen und wir sind alle reich, reich, reich.

Ah, da kommt ja schon die Lady und bringt mir meinen Gin Tonic.

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3 Gedanken zu „Las Vegas“

  1. pic 6493. die spielteufelchen. jetzt weiß ich endlich, woher das wort hornbrille stammt. freud und leid händchenhaltend auf dem strich hätt ich auch lustig gefunden. in macao wird grade ein konkurrenzgebäude eingeweiht, spielhölle etc., soll das zweitgrößte gebäude der welt sein. trotzdem harmlos gegen die richtigen zocker, die auch mal ne echte bank „sprengen“. ist doch irgendwie langweilig ein spiel, an dem nicht wenigstens tausend lohnarbeitsexistenzen eingesackt werden können.

  2. Hej!

    Las Vegas ist furchtbar.

    Habe 4 Wochen dort verbracht und konnte einiges zu Fuss ablaufen. (Vom im Auto vorbeifahrenden Volk wird man wie ein Ausserirdischer beschaut) Nach der ersten Woche „Strip“ (große Augen – uii sieht das toll aus!)dann mal mehr von der Stadt gesehen. Das omnipräsente Spielautomatengebimmel (Supermarkt/Tankstelle/“Bäckerei“) klingt irgendwann eher wie das Jüngste Gericht als wie das Spielparadies…

    Bye, Basti

  3. Das ist ein passender Vergleich. Ich muss zugeben, dass ich am Ende nicht mehr unterscheiden konnte, ob das jetzt Automatengebimmel oder Tinnitus ist. Dieses permanente Klingelblingbling, welches zu jeder Tag- und Nachtzeit aus jeder erdenklichen Richtung auf einen hereinrieselt, ja nahezu -drängt, hat was von sich ankündender Jüngster-Tag-Stimmung. Man kann nur hoffen, dass man dann noch genügend Bucks in der Tasche hat, um seine Seele freizukaufen, wenn’s soweit ist.

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