Mountain Lion King

„Unter der Woche arbeiten, am Wochenende Spaß haben.“

Getreu diesem Motto (Herr Google hat’s erfunden und rezitiert’s auch immer brav) wandern wir nun Wochenende um Wochenende durch die trostlosen Einöden dieses Landes. Halt, so trostlos ist es ja gar nicht.

Vorletztes Wochenende z.B. machten sich die Herren Briegel und Yonker auf über den Berg zur Pazifikküste Richtung Halfmoon Bay. Da der Tag zuvor in San Jose verbracht wurde, wo ein trostloses Museum und eine trostlose Innenstadt bewundert wurden (und uns noch ein wahrscheinlich trostloses Museum erspart blieb, weil das glücklicherweise schon zumachen wollte), drückten wir auf die Tube, um in einen Tag voller Sonne und Strand zu starten. D.h. wir drückten auf die Tube bis zum Bergpass, wo es im Gänsemarsch über die Landstraße ging. Die Idee, an den Strand zu fahren, hatten wohl noch einige andere aus Palo Alto und Umgebung. Hm. Wir haben es ja nicht eilig.

An einem der Strände angelangt, wischte uns ein frostiger Wind durch die Haare. Aber die Sonne wärmte unsere fröstelnden Knochen, jedenfalls solange sie noch durch die immer dunstiger aufziehende Wolkendecke schien. Na super, da fährt man ellenlang durch Staukolonnen aus blubberndem Stahl mit Riesenfelgen und dann sitzt man frierend am Strand und schaut den Surfern zu, die im ca. -17° kalten Wasser auf die perfekte Welle, den perfekten Tag, warten. Neoprenanzug, pah!, das kann ja jeder Hobbytaucher. Hier und da erwischte einer eine Welle und plätscherte an ihr entlang Richtung Sandstrand. Nicht schlecht, aber hawaiianische Zustände sind das nicht gerade. Björn würde sich schlapp lachen.

Auf dem Rückweg wurde dann noch schnell ein Zwischenstopp am Pillar Point Harbor gemacht, wo wir im benachbarten Princeton-by-the-Sea fette vor Fett triefende Fish&Chips in uns reinstopften. Hm, da purzeln die Kilos auf die Hüften. Als es anfing zu regnen, packten wir uns ins Auto und schlurften staugeplagt Richtung Heimat. Über den Berg kommend, der grummelnd die Wolkenmassen zurückhalten konnte, sahen wir mit erstaunten Minen, dass Palo Alto im schönsten Sonnenschein badete. Soviel zum Thema „Ein Tag am Meer“.

Letztes Wochenende ging’s dann über die Bay Bridge nach Berkeley. Schöner Campus, aber viel spannender war das Dream Theater-Konzert abends im Berkeley Community Theatre. Bis es soweit war, musste ich einigen Druck aushalten. Es geschah nämlich dies: Y. musste dringend die restrooms aufsuchen, und B. schlug vor, in einen Starbucks zu gehen. Resultat: die Herren stehen kurz danach mit großem Kaffee auf der Straße, unverrichteter Dinge. „Sorry, we don’t have a bathroom here.“ Später haben wir aber ein Museum auf dem Campus gefunden, dass (zumindest mich) sehr erleichtern konnte. Puh, anstrengend, so sightseeing.

Kurzes Wort zum Konzert: nach zwei miserabelsten Vorbands (Into Eternity und Redemption) und einem Feueralarm genossen wir dann glasklaren Zwitschersound mit sommerlich duftenden progressiven lines. Olli fand’s gut! Und das soll was heißen, meine Freunde! Nochmal Dank an meinen Kollegen, der sich blinden Vertrauens in diese Musikart stürzte.

Richtig spannend wurde es aber letzten Sonntag, als wir entschlossen, eine alternative Route zu laufen. Eine, wo man mit dem Auto anreist! In bester US-Manier.

The Dish sieht von oben harmlos aus, aber wer auf das Höhenprofil klickt (was ich dann nach dem Laufen auch machte), der wird sein blaues Wunder erleben. Hätte Briegel mich nicht eingesammelt, ich wäre mitten in der Prärie verreckt und die mountain lions hätten mich geholt. Ja, echte Pumas! Ein Pumahabitat. „Bitte Kinder an der Leine führen!“ stand da oder so ähnlich. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, weil der Laktatgehalt in meinem Blut die erschöpften Äuglein trübte. Wäre ich einem Puma begegnet, das einzige, was ich ihm hätte entgegenbringen können, wäre ein japsendes „Puma! Mach et kurz und schmerzlos, bin eh am Ende.“ Vielleicht war ja auch die sengende Mittagssonne Schuld, aber ich glaube, es waren eher meine unterentwickelten Läuferbeinchen und -lungenflügel, die dem Ganzen den Riegel vorschoben.

Aber die Aussicht von oben war laut Kollege Running Man ganz gut. Man kann die ganze Bay Area überschauen. Am Fuße befindet sich übrigens Stanford University. Das wird dann wohl unser nächstes Ziel. Irgendwann demnächst, wenn ich wieder bei Atem bin.

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Ein Gedanke zu „Mountain Lion King“

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